Geschichte

Die GROSSE LINZER KG 1934 e. V. wurde am 11. November 1934 im damaligen Cafe Zimmermann in der Linzer Mittelstraße gegründet. Bereits in früheren Jahren und Jahrzehnten hatte es in Linz Karnevalsvereine gegeben, die Sitzungen (erstmals am 14.2.1857) und Rosenmontagszüge (erstmals 1879) veranstalteten.

Um den Linzer Karneval auf beständigere Beine zu stellen, ergriff der damalige Linzer Stadtbürgermeister Franz Weyand zusammen mit dem Leiter des gerade von der Stadt errichteten Verkehrsamtes Jupp Houben die Initiative und ebnete den Weg zur Gründung der Großen Linzer Karnevalsgesellschaft 1934.

Man fand in der Bevölkerung eine positive Resonanz und aus allen Schichten der Bevölkerung waren Frauen und Männer freudig dabei, aktiv an der Gestaltung des Linzer Fastelovends mitzuwirken. Einstimmig wählte man Emil Asteroth zum Präsidenten, Jupp Houben zum Geschäftsführer und Sparkassendirektor Kraume zum Schatzmeister.

Am selben Tag wurde das Stadtsoldatencorps "Rut-Wiess" gegründet, dessen erster Kommandant Karl Schneider wurde.

Schon die ersten Sitzungen der Großen Linzer KG offenbarten, dass die Linzer über ausgezeichnete Büttenredner verfügten. Namen wie Siegfried Bündgen, Hans, Willy und Josef Heckenbach, Jupp Heinen, Josef Sonntag, Jupp Houben und Mali Flach wurden bald zu einem Begriff und sind bis heute unvergessen.

Jährlich fanden Rosenmontagszüge statt, die für die damalige Zeit schon ein beachtliches Niveau hatten.

Die ersten Prinzen waren Emil Vesper (1935), Carl Kill (1936), Karl Klutmann (1937), Severin Schoop (1938) und Siegfried Bündgen (1939). Neben dem Elferrat stand den Prinzen in besonderer Weise die von Mali und Hans Heckenbach geleitete Prinzengarde zur Seite.

1939 wurde das Funkencorps Schwere Artillerie "Rut-Wiess" gegründet. Es entstand aus der Seniorenriege des Linzer Schwimmclubs. Der erste Commodore war Bernhard Peiß.

Bedingt durch den 2. Weltkrieg mussten auch die Aktivitäten der Großen Linzer KG ab 1940 stark eingeschränkt und gegen Ende des Krieges ganz eingestellt werden. Rosenmontagszüge und Sitzungen fanden nicht mehr statt. Viele unserer Vereinsmitglieder und Freunde haben diesen unseligen Krieg nicht überlebt.

Aber trotz harter Schicksalsschläge und trostloser Nachkriegsjahre war der Geist des Linzer Fastelovends erhalten geblieben. Zwar hemmten die Besatzungsmächte die Entfaltung der Großen Linzer KG zunächst stark, doch schon 1948 konnte eine erste kleinere Sitzung wieder durchgeführt werden.

1949 war es dann soweit, dass wieder ein Rosenmontagszug und Karnevalssitzungen durchgeführt werden konnten. Für diesen Rosenmontagszug war noch die Genehmigung der französischen Militärregierung erforderlich. Diese wies ausdrücklich darauf hin, dass "jede Kundgebung mit Fahnen und Fähnchen sowie das Tragen von Masken außerhalb eines Hauses verboten waren".

Aber die Linzer Karnevalisten ließen sich von solchen Anweisungen wenig beeindrucken. Denn als diese Genehmigung am 28.2.1949 beim Stadt- und Amtbürgermeister in Linz eintraf, hatten die Linzer am 27.2.1949 bereits ihren ersten Nachkriegs-Rosenmontagszug durchgeführt.

1. Vorsitzender der Großen Linzer KG wurde Siegfried Bündgen, als Präsident stand, wie in den Vorkriegsjahren, Emil Asteroth zur Verfügung. Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer hatte Jupp Houben noch das Amt des Protokollarius übernommen.

Erster Prinz nach dem Kriege wurde 1949 Karl Schulze "aus dem Hause Gutenberg", der erst wenige Wochen zuvor aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war.

Rückgrat der Großen Linzer KG waren von Anbeginn die zahlreichen und guten Büttenredner. Während andere Karnevalsgesellschaften für fremde Kräfte teures Geld bezahlen mussten, war unsere Gesellschaft immer in der Lage, auf den Prunksitzungen ein hervorragendes Programm ausschließlich mit eigenen Büttenrednern und Tanzcorps zu gestalten.

So seien stellvertretend für viele andere aus den fünfziger Jahren genannt: Siegfried Bündgen, Jupp Houben, Jupp Heinen, Mali Flach, Willy und Josef Heckenbach, Peter Wagner jr., Peter Heckenbach, Helmut Gisch, Trude Ackermann und die Familie Decker-Ritzdorf, Käthe Becker, Jürgen Strohe, Willi Fink, Peter Selbach, Theo Leber, Willy Schmitz, Karl Stieldorf, August Hofer, Dieter Schwamborn, Bernhard Kriegesmann.

Auch die Darbietungen der Prinzengarde, die nun von Frau Antonie Schmitz-Schulze geleitet wurde, fanden stets großen Anklang. Seit 1949 hat Linz in ununterbrochener Reihenfolge jedes Jahr einen neuen schmucken Prinzen. Neben den Prunksitzungen, die diesen Namen zu Recht verdienen, wurden jährlich Rosenmontagszüge veranstaltet, die immer größer und schöner wurden.

1952 kam es zur Gründung der ".Europa-Möhnen". Die erste Präsidentin war Frau Langenfeld, ihr folgte Frau Wilhelmine Decker.

Eine besondere Bereicherung fand die Große Linzer KG ab 1955 durch das Tanzcorps "Rote Husaren". Die schmucken Uniformen und Kostüme sowie die ausgezeichneten Tänze und Einlagen dieses Corps begeistern immer wieder. Erster Kommandant war Otto Muthers. Betreuerin und guter Geist des Corps ist seit Gründung Frau Trude Muthers, die jetzt auch den Vorsitz des Tanzcorps innehat.

1959 feierte die Große Linzer KG ihr 25jähriges Bestehen. Mit Jupp Meyer, dem Kommandanten des Stadtsoldatencorps "Rut-Wiess", der von Anfang an dabei war, hat ten die Linzer Karnevalisten einen echten Jubiläumsfürsten der Freude.

Nach dem Jubiläumsjahr übernahm Siegfried Bündgen von seinem Vorgänger Emil Asteroth das Amt des Präsidenten, der dieses länger als 25 Jahre innegehabt hatte. Auch kamen neue Büttenredner hinzu, die sich auf Anhieb großartig in das bestehende Team einfügten und den richtigen Linzer Ton des Frohsinns fanden.

Hier seien insbesondere erwähnt: Daniel Paffhausen, Hans Sonntag, Christine Wilhelm, Edith Adams-Braun, Die Drei Botze (Hans-Werner Wipperfürth, Wolfgang Klein und Manfred Küpper) , Werner Heckenbach, Walter Kill, Ulli Hoppen, Heinz Schmitz, Berni Reul, Klaus Matheja, Peter und Georg Adams, Gruppe Linzer Pänz, Heinz Lück, Peter Krautscheid, Dieter Hau, Dieter Schmitz, Matthias Thür jr., Elfriede und Achim Pohlen, Werner Kill.

Die meisten von ihnen stehen heute noch in der Bütt oder auf der Bühne des Linzer Karnevals. Als Liedersänger begeisterten Alois Milz, Christian Adams und Wolfgang Klein. Komponist und Texter vieler Linzer Lieder war Werner Heckenbach.

1961 schrieb Frau Sindern als "Barbara" zum ersten Mal das Prinzenlied für den Linzer Karneval und tut dies auch heute noch mit viel Geschick und Erfolg.

1965 wurde das Husarencorps "Grün-Weiss" gegründet, welches mit seinem eigenen Musikcorps und stets hervorragenden Tanzdarbietungen sehr schnell die Herzen der Linzer Karnevalsfreunde eroberte. Erster Kommandant wurde Robert Dütz.

1968 kam es zur Gründung eines weiteren neuen Corps, des "Funkencorps Blau-Wiess". Gründungskommandant war der allseits verehrte und bekannte Mänes Ziegler, Prinz des Jahres 1962.

Als dieses Corps 1973 sein fünf jähriges Bestehen feierte, konnte der damalige Kommandant Wolfgang Klein als Jubiläumsgeschenk dem Linzer Karneval eine eigene Damen- Tanzgarde vorstellen, die durch flotte Märsche und temperamentvolle Einlagen auf den Linzer Sitzungen zu gefallen wusste.

Alle Linzer Tanzcorps gingen immer mehr dazu über, außer den traditionellen Karnevalstänzen das Programm mit farbenprächtigen und ideenreichen Einlagen zu bereichern. Auch war auf den Sitzungen die Einlage der "Schweren Artillerie" stets ein Höhepunkt, insbesondere dann, wenn ihr damaliger Kommodore Peter Rahm "über den Gewässern schwebte".

Nachdem in verschiedenen Linzer Jugendgruppen immer schon kleinere karnevalistische Veranstaltungen durchgeführt wurden, fand am 11.2.1968 die erste Jugendsitzung im Hotel Palm statt. Sie war eine Veranstaltung der damaligen Arbeitsgemeinschaft Linzer Jugendgruppen. Wolfgang Klein und Berni Reul waren die ersten Präsidenten.

1970 übernahm Manfred Berg von Siegfried Bündgen das Amt des Präsidenten. Als Dank für seine jahrzehntelange Arbeit im Linzer Karneval wurde Siegfried Bündgen zum Ehrenpräsident der Gesellschaft ernannt.

Eine weitere Wachablösung erfolgte im Jahre 1971, als Jupp Houben nach fast 40jähriger Tätigkeit im Linzer Fastelovend das Amt des Geschäftsführers an Lothar Gärtner abgab.

1971 legte sich der Linzer Elferrat eine neue Uniform zu. Statt in den bis dahin traditionellen schwarzen Anzügen präsentierte er sich in weißen Dinnerjacketts, schwarzen Hosen und einheitlichen rot-weißen Mützen.

Auch musikalisch trat 1971 ein Wechsel ein. Seit diesem Zeitpunkt wurden Umzüge und Sitzungen in hervorragender Weise von der Leubsdorfer Feuerwehrkapelle begleitet, die unter der bewährten Leitung ihres Kapellmeisters Matthias Reuschenbach stand.

Die Proklamation des neuen Prinzen fand bis dahin stets auf der 1. Sitzung der jeweiligen Session statt. Erstmals am 11.11.1972 wurde der neue Prinz auf einer besonderen Prinzenproklamation eingeführt. Diese neu ins Leben gerufene Veranstaltung, auf der ein buntes Programm mit Tänzen, Bütt- und Liedervorträgen geboten wurde, hat sich aus vielerlei Gründen als zweckmäßig erwiesen und bestens bewährt. So findet seit 1972 die Proklamation des neuen Prinzen stets am Elften im Elften bzw. dem nachfolgenden Samstag statt.

1974 legte Manfred Berg das Amt des Präsidenten nieder. Neuer Präsident und 1. Vorsitzender der Großen Linzer KG wurde Werner Heckenbach. Es wurden Vereinssatzungen verabschiedet und die Große Linzer KG wurde am 7.1.1975 unter der Nummer 419 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Neuwied eingetragen.

Neben dem Präsidenten und dem Geschäftsführer gehören dem Vorstand seitdem noch ein Vizepräsident, ein Schriftführer und ein Zeugwart an. Zum Zweck einer guten Koordinierung der karnevalistischen Aktivitäten der einzelnen Corps und der Großen Linzer KG wurde ein erweiterter Vorstand geschaffen, dem außer den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands je ein Vertreter der im Linzer Karneval aktiven Corps angehört.

1982 ging ein langgehegter Wunsch der Linzer Karnevalisten in Erfüllung. Dank großer Unterstützung durch die Stadt Linz, ihrem Bürgermeister Theo Lück und einheimischen Firmen konnte mit Hilfe vieler Aktiven aus dem Elferrat und den übrigen Corps eine Halle geschaffen werden, in der die Karnevalswagen für den Rosenmontagszug gebaut und während des Jahres untergestellt werden können.

1984 konnte die Grosse Linzer KG mit Stolz und Freude ihr 50jähriges Bestehen feiern. Auftakt zu dieser Jubiläums-Session war die Prinzenproklamation am 11.11.1983 im Hotel Palm mit einem großen karnevalistischem Programm und einer Gratulations-Cour. Im Mittelpunkt stand Prinz Peter Josef Maria I. (Wagner), den die Linzer zu ihrem Jubiläumsprinz erwählt hatten.

Die Stadtsoldaten Rut-Wiess feierten ihr 50jähriges Bestehen mit einer besonderen Veranstaltung am 21.1.1984 im Hotel Weinstock. Dabei wurde ganz besonders Kommandant Jupp Meyer geehrt, der seit Gründung des Corps - also seit 50 Jahren aktiv dabei war.

Einen Jubiläumsempfang anlässlich des 50jährigen Bestehens veranstaltete die Grosse Linzer KG am Sonntag, dem 29.1.1984. Neben den Repräsentanten des Linzer Karnevals waren eingeladen und auch gekommen die Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde, Theo Lück und Berthold Badem, Mitglieder des Stadtrates, Vertreter von Industrie, Banken und Gewerbe, Abordnungen befreundeter Vereine, die Presse sowie zahlreiche Vereinsmitglieder, Freunde und Gönner.

Die großen Jubiläums-Prunksitzungen fanden am 11., 18. und 25. Februar 1984 im Hotel Palm statt. Das Interesse war groß und alle drei Sitzungen waren restlos ausverkauft. Ausschließlich einheimische Kräfte waren es, die - wie die Presse bestätigte - ein brillantes Feuerwerk der guten Laune versprühten.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres war natürlich der Rosenmontag. Geschäftsführer und Zugleiter Lothar Gärtner hatte aus über 60 Gruppen und Wagen einen farbenprächtigen und abwechslungsreichen Zug zusammengestellt, der allseits Begeisterung auslöste.

1985 hieß das närrische Motto ,,1111 Jahre Karneval in Linz". Prinz war Peter V. (Adams) "vom Bätschenstein". Im Jahre 874 wurde Linz zum ersten mal urkundlich erwähnt. In der sicheren Annahme, dass auch die ersten Linzer schon Karneval gefeiert haben, wurde dieses einmalige närrische Jubiläum gebührend gefeiert.

Nach vierzehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit legte Geschäftsführer LOTHAR GÄRTNER 1985 sein Amt in die jüngeren Hände von ALFONS DAUB.

Am 11.11.1985 wurde er offiziell verabschiedet und wegen seiner hervorragenden Verdienste um den Linzer Karneval zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt. Die Anzeigenverwaltung in der Broschüre "Karneval in Linz", die bisher Lothar Gärtner mitverwaltet hatte, übernahm ab diesem Zeitpunkt Sigi Schmidt. Es wurde für diese Broschüre ein neues Layout geschaffen und der Umfang auf 90 Seiten erhöht. Die Schriftleitung verblieb weiterhin bei Werner Heckenbach.

1986 regierte Prinz Hansi I. (Knopp) die Linzer Narrenschar. Es waren seit langem die kältesten Närrischen Tage in Linz. Bei minus 18 Grad froren selbst die Musikinstrumente ein. Mit Glühwein und heißen Tänzen hielten sich die Närrinnen und Narren fit.

Für die Session 1986/87 wurde am 11.11.1986 Rolf Baars zum Prinzen ROLF II. "von Rat und Tat" proklamiert. Er konnte das Ende seiner Regentschaft leider nicht erleben. Er verstarb am 26.9.1987 plötzlich und völlig unerwartet. Noch am Tag vor seinem Tod hatte er seine Prinzen rede verfasst, die er bei der Proklamation seines Nachfolgers Norbert Klein halten wollte. Sein unvergessener Rat an uns alle: "Laßt in Euerem Bemühen, den Stellenwert unseres Karnevals und aller erhaltenswerter Traditionen unserer Stadt zu bewahren, nicht nach."

1988 feierte das Funkencorps BLAU-WIESS mit seinem Kommandanten Wolli K!ein sein 20jähriges Bestehen. Diesem aktiven Corps entstammte auch Prinz NORBERT I. (Klein) "von Provinzialien". Im selben Jahr gab Sigi Schmidt aus beruflichen Gründen sein Amt als Werbeleiter der Großen Linzer KG ab. Sein Nachfolger wurde Peter Honnef.

Als am 4.6.1988 im Rathaus von Pornic die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Pornic und Linz besiegelt wurde, war das auch für die Karnevalisten eine große Freude, denn in beiden Städten wird Karneval groß gefeiert. So war es schon selbstverständlich, dass auch der amtierende Linzer Prinz Norbert I. der offiziellen Delegation angehörte und von den dortigen Karnevalsfreunden herzlich empfangen wurde.

Am 11. 11. 1988 kamen dann die Karnevalisten der MICAREME aus Pornic zum ersten Mal nach Linz, um an der festlichen Proklamation unseres Prinzen Heinz II. "von Bild und Ton" teilzunehmen.

1989 war im Linzer Karneval ein Jahr der Jubiläen. Die SCHWERE ARTILLERIE feierte ihr 50jähriges Bestehen, die LINZER MÖHNEN waren seit 60 Jahren im Linzer Karneval aktiv und die GROSSE LINZER KG sowie das STADTSOLDATENCORPS RUT-WIESS begingen ein echt närrisches Jubiläum von jeweils 5 x 11 Jahren. Heinz Bündgen regierte als Jubiläumsprinz HEINZ II, "von Bild und Ton" und folgte damit genau nach 50 Jahren seinem Vater Siegfried auf dem närrischen Thron.

Im Sommer 1989 "rottete" sich eine wilde Hunnenhorde von 24 Aktiven und 8 lnaktiven zusammen und gründete das Corps der "LINZER HUNNEN", Wolfgang Kuhsel als KÖNIG ATTILA und seine Frau Marita, genannt KREKA, übernahmen die Führung des "Hunnenhaufens". Mit ihren eindrucksvollen und aufwendigen Kostümen sind sie eine echte Bereicherung für den Linzer Karneval.

Am 29.12.1989 erfolgte die Gründung des "WERBE- und FÖRDERVEREINS LINZER KARNEVAL 1989 e. V. 1. Vorsitzender wurde PETER HONNEF. Zweck des Vereins ist die Durchführung von Werbe- u. Fördermaßnahmen sowie Veranstaltungen aller Art zur Unterstützung des Linzer Karnevals. Insbesondere besorgt der WUF die Anzeigenwerbung in der jährlich erscheinenden Broschüre "KARNEVAL IN LINZ",

Ab 1989 konnte Günter Eifert als Hof-Fotograf für die Große Linzer KG gewonnen werden, so dass Auswahl und Qualität des benötigten Bildmaterials erheblich gesteigert werden konnten.

1990 feierte das Husarencorps GRÜN-WEISS sein 25jähriges Bestehen und stellte mit Prinz HUBI I. (Dütz) den Karnevalsprinzen. Höhepunkte neben den üblichen karnevalistischen Veranstaltungen waren Festkommers und Bürgerfrühschoppen der Grün-Weißen im Festzeit an der Jugendherberge sowie die Teilnahme des Corps an der 33. Steubenparade am 15.9.1990 in New York.

Am 21.1.1990 fand in Linz das 1. GROSSE PRINZENTREFFEN statt. Von den noch lebenden 35 ehemaligen Prinzen waren 30 der Einladung gefolgt, um die schönsten Prinzenerlebnisse vergangener Jahre wieder aufleben zu lassen.

Der Rosenmontag 26.2.1990 wird als der bisher stürmischste in die Geschichte des Linzer Karnevals eingehen. Als der Zug um 14.11 Uhr starten sollte, war dies wegen starken Sturms und peitschender Regengüsse nicht möglich. Der Rosenmontagszug 1990 schien ausfallen zu müssen. Auf der Stelle wurde in der Feuerwehrhalle eine Krisensitzung des erweiterten Vorstandes abgehalten. Dank guter Beziehungen konnte telefonisch das Wetteramt konsultiert werden und dieses kündigte eine ruhigere Wetterphase für die Zeit von 15.00 - 17.00 Uhr an. Die Prognose der Wetterfrösche stimmte und unser Zug konnte - im Gegensatz zu vielen anderen Städten - in dieser Zeit problemlos stattfinden. Nach Ende des Zuges tobten die Unwetter weiter und richteten fast in ganz Europa große Schäden an.

Nachdem das SCOOTER- TEAM seit 1987 regelmäßig in eindrucksvoller Weise am Linzer Rosenmontagszug teilgenommen hatte, wurde am 31.3.1990 daraus ein offizieller Verein. 1. Vorsitzender wurde Manfred Reul. Das SCOOTER- TEAM erweiterte seine Aktivitäten und bereicherte das Programm der Linzer Sitzungen mit gekonnten und aufwendig gestalteten Shows.

Am 10.8.1990 fand dann ein Wechsel in der Führung der GROSSEN LINZER KG statt. Der bisherige Präsident und 1.Vorsitzende WERNER HECKENBACH kandidierte nach 16jähriger erfolgreicher Arbeit nicht mehr für dieses Amt. Er wurde einstimmig zum Ehrenpräsident ernannt. Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident BERNI REUL. Ihm zur Seite stehen WILLI SCHMITZ als neuer Vizepräsident, ALFONS DAUB als Geschäftsführer, JÜRGEN STROHE als Schriftführer und TONI SALZ als Zeugwart. Auf der Prinzenproklamation am 17.11.1990 wurde Werner Heckenbach offiziell als Präsident verabschiedet. Sein Nachfolger Berni Reul und Stadtbürgermeister Adi Buchwald dankten ihm. Wegen seiner Verdienste um die Förderung und Erhaltung des rheinischen Karnevals wurde ihm vom Regionalverband Karnevalistischer Korporationen Rhein-Mosel-Lahn e. V. die Goldene Verdienstmedaille überreicht.

Prinz der Session 1990/91 wurde der Geschäftsführer der Großen Linzer KG, ALFONS DAUB. Seine karnevalistischen Aktivitäten wurden Anfang Januar 1991 schon bald getrübt durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Golfregion. Der Druck von außen auf die Karnevalisten wurde nicht zuletzt durch die Berichte in den Medien so groß, dass mit Rücksicht auf die Sicherheit der Veranstaltungen auch in Linz alle offiziellen Karnevalsfeiern schweren Herzens abgesagt werden mussten. Aus der Not machten die Linzer Karnevalsfreunde schnell eine Tugend und so beschlossen sie schon bald, die närrische Regierungszeit von Prinz Alfons I. "vom Berkenhof" um ein Jahr zu verlängern. Als sichtbares Zeichen für diese Geschehnisse gibt es nun zwei völlig verschieden gestaltete Orden des Prinzen Alfons, aus 1991 und aus 1992. Wahrlich eine Kuriosität im Linzer Karneval.

1992 feierten zwei Vereine, denen der Linzer Karneval viel zu verdanken hat, Jubiläum. Der Linzer Männergesangverein wurde 170 Jahre alt und der Schwimmclub Linz existiert seit 70 Jahren. Ännchen Lorscheid und Wolli Klein konnten auf eine 20jährige Tätigkeit als Obermöhn bzw. Kommandant im Linzer Karneval zurückblicken. Auf den Sitzungen der Großen Linzer KG trat erstmals die Kamelle-Kapell auf. Siggi Bündgen wurde am 26.6.1992 als Nachfolger von Martin Scherer Kommandant des Stadtsoldatencorps Rut-Wiess und am 30.10.1992 übernahm Hubi Dütz die Leitung des Husarencorps Grün-Weiß von seinem Vater Robert Dütz.

Das 1957 als Abteilung des Turnvereins Linz gegründete Fanfarencorps hat in den vergangenen Jahren immer in hervorragender Weise den Linzer Karneval musikalisch bereichert. Umso größer war die Freude, als ihr Leiter Karl-Heinz Weinberg am 14.11. 1992 für die Session 1992/93 zum Prinzen MÄX I. "vun de Trummeie un de Trööte" proklamiert wurde. Unter dem Motto: "Fastelovend wed de Trumm jeklopp, dann stohn in linz de Jecke Kopp" schenkte er uns allen viel Freude und Frohsinn. Der Jugendkarneval "LlNZER PÄNZ" feierte in der Session 1993 sein 25jähriges Bestehen. Mit einem tollen Programm unter Präsident Stefan Klein wurde das Jubiläum am 7.2.1993 im Hotel Palm gefeiert.

Am Karnevalssonntag 1993 fand erstmals auf dem Marktplatz ein karnevalistisches Biwak statt.

Bei der SCHWEREN ARTillERIE erfolgte 1993 ein Wechsel in der Vereinsführung. Heinz Bündgen übernahm das Amt des Commodore von Erwin Schrauth, das dieser 18 Jahre lang in vorbildlicher Weise geführt hatte. Erwin Schrauth wurde am 8.5.1993 zum Ehrencommodore ernannt.

Am 9.7.1993 wurde Renate Weber als Obermöhn Nachfolgerin von Ännchen Lorscheid, die dieses Amt 21 Jahre innehatte und insgesamt länger als 60 Jahre bei den Linzer Möhnen aktiv war. Wegen ihrer großen Verdienste wurde ÄNNCHEN LORSCHEID zur Ehren-Obermöhn ernannt.

Die Session 1994 stand ganz im Zeichen des 25jährigen Jubiläums des FUNKEN- CORPS BLAU-WIESS. Kommandant Wolli Klein und sein Corps hatten erstmals die Sporthalle am Miesgesweg in einen bunt geschmückten Narrentempel verwandelt und dort mit Festkommers und Bürgerfrühschoppen Höhepunkte des rheinischen Karnevals veranstaltet. Auch der Prinz dieser Session RUDOLF I. (Honnef) "vom Engelspring", war ein "BLAU-WIESSER". Sein Motto "Loss mer fiere, singe, laache, bis in Linz de Bretter kraache" wurde gerne in die Tat umgesetzt. In seiner Session ging ein lang gehegter Wunsch der Linzer Karnevalisten in Erfüllung. Am 30.1.1994 zelebrierten Pater Gloger, PA und Diakon Grube zum ersten mal eine RHEINISCHE FASTELOVENDSMESSE in der Linzer Marienkirche. Selten war das Gotteshaus so voll wie an diesem Tag.

Nach Ende der Jubiläums-Session übernahm RUDOLF HONNEF das Kommandantenamt von WOLLI KLEIN, der nach über 22 Jahren äußerst aktiver und erfolgreicher Arbeit nicht mehr für das Amt kandidiert hatte. Er wurde zum Ehrenkommandant ernannt.

Das Funkencorps SCHWERE ARTILLERIE feierte in 1994 ein besonders närrisches Jubiläum. Es wurde genau 5 x 11 Jahre alt.

Auf der Jahreshauptversammlung 1994 wurde Hans Schützeichel Nachfolger von Toni Salz als Zeugwart der KG. Ansonsten wurde der bisherige Vorstand mit Präsident BERNI REUL an der Spitze für vier weitere Jahre einstimmig wiedergewählt.

Zu den Höhepunkten im Linzer Karneval gehören seit Gründung der Gesellschaft in jedem Jahr die großen Sitzungen und der Rosenmontagszug. Überwiegend eigene Kräfte sind es, die in hervorragender Weise das Programm gestalten. Schwungvolle Tänze, farbenprächtige Einlagen, zündende Bütt- und Bühnenvorträge, stimmungsvolle Liedervorträge sind es, die unsere Sitzungen weit über den Bereich unserer Heimatstadt hinaus bekannt und begehrt gemacht haben. Ebenso ziehen die prunkvollen Rosenmontagszüge alljährlich Tausende von Besuchern nach Linz.

Außer den Karnevalscorps sind es fast alle Linzer Vereine und viele Einzelgruppen aus Linz und Umgebung, die weder Kosten noch Mühen scheuen, um zusammen mit dem Prinz am Rosenmontag durch die Straßen unserer Stadt zu ziehen. So kann die GRQSSE LINZER KARNEVALSGESELLSCHAFT 1934 e. V. im Jubiläumsjahr mit Freude und Stolz auf die vergangenen sechzig Jahre zurückblicken. Der Karneval hat sich in diesen sechs Jahrzehnten gewandelt. Er wird dies auch In Zukunft tun. Aber es ist wichtig, dass der Grundgedanke des Linzer Fastelovends erhalten 'bleibt, dass er gepflegt, gefördert und unterstützt wird.

So bleibt nach der eindrucksvollen Proklamation des PRINZEN WOLFGANG I. "von der närrischen Au" am 12.11.1994, mit der die Große Linzer KG und das Stadtsoldatencorps Rut-Wiess ihre Jubiläumsfeierlichkeiten eröffneten, die berechtigte Hoffnung, dass sich in unserer Stadt immer wieder Frauen und Männer Bereitfinden werden, die den LINZER FASTELOVEND, dieses wundervolle Heimatbrauchtum, in uneigennütziger Weise gemeinsam mit allen Corps gestalten und unterstützen.

Werner Heckenbach

Bei der Chronik 60 Jahre GROSSE LlNZER KG 1934 e. V."
fand folgende Literatur Verwendung

Festschrift 1959 der Großen Linzer KG
Emil Asteroth: "Wer schaffen will, muß fröhlich sein"
Jupp Hauben: "Wie es zur Gründung der Großen Linzer kam
Walter Fuchs: ,,100 Jahre Linzer Karneval"

Festschrift 1984 der Großen Linzer KG
Werner Heckenbach: ,,50 Jahre Große Linzer KG 1934 e. V."

Broschüren 1974-1994 "KARNEVAL IN LlNZ"
Herausgegeben von der Großen Linzer KG